Ja, diese Handlung haben wir schon häufiger gelesen und ja, das ist alles nicht originell. Was dieses Buch aber mitbringt, sind unterhaltende Charaktere. Richard lernen wir gleich von seiner tyrannischen Seite kennen und trotzdem erscheint er so nahbar, dass ich direkt mehr über ihn erfahren wollte und sich da auch ein weicher Kern vermuten ließ. Die Charakterentwicklung, die er durchläuft, kommt zwar sehr schnell, aber ich kann sein Verhalten nachvollziehen. Katy, die persönliche Assistentin wirkt zu Beginn noch sehr blass, was aber auch daran liegt, dass Richard in ihr nur die graue Maus sieht. Das sie aber keineswegs so schüchtern und zurückhaltend ist, sondern Rückgrat beweisen kann, merken wir Leser sehr bald. Einzig ihr Märtyrer-Gen ist doch etwas überzogen, andererseits passt es auch gut zu dieser Art von Geschichte und der Person, die sie hier darstellt.
Richard und Katy haben eine Dynamik, die einfach Spaß macht. Da „The Contract“ auf der Interaktion zwischen den beiden basiert, kann natürlich auch viel Gefühl erwartet werden. Manchmal trägt die Autorin wirklich dick auf, sodass ich mir unsicher war, ob nicht gleich rosa Herzchen aus dem ebook Reader purzeln. Dennoch bin ich regelrecht durch die Seiten geflogen. Eigentlich wollte ich das Buch nur mal kurz anlesen, spät abends, wie das eben immer läuft. Und dann war ich plötzlich schon auf Seite 100. Schuld daran ist der lockere Schreibstil mit einer entsprechenden Menge Humor und die wechselnden Ich-Perspektiven von Richard und Katy. Dieses Buch ist süß, lustig und emotional. Wirklich gut gemacht, Frau Moreland!
Melanie Moreland präsentiert uns mit „The Contract“ ein Buch, das einen von der ersten Seite nicht mehr los lässt und zwei ungleiche Charaktere zusammen bringt. Gegensätze ziehen sich eben doch an. Wer ein bisschen überzogene Sentimentalität gut verträgt, der bekommt hier die geeignete Strand- und Sommerlektüre.
| 4 von 5 Sonnen |
eure Elena


