Bianca Marais Wie man Gott zum Lachen bringt Wunderraum Verlag 2019

„Wie man Gott zum Lachen bringt“ von Bianca Marais

Veröffentlicht: 3. Januar 2020

Werbung*: Nach ihrem Debüt „Summ, wenn du das Lied nicht kennst“, ist „Wie man Gott zum Lachen bringt“ das zweite Werk von Bianca Marais. Auch dieses Buch spielt wieder in Südafrika – dem Land, in dem die Autorin geboren und aufgewachsen ist. Obwohl sie mittlerweile in Toronto lebt, spürt man die innige Verbundenheit mit ihrer Heimat auf jeder Buchseite. 

Wie bei den Büchern im Wunderraum Verlag üblich, sind sowohl Optik als auch Haptik einfach wunderschön. Zwischen den Buchdeckeln versteckt sich eine Geschichte um drei starke Frauen. Wie in ihrem ersten Buch, spielt auch dieser Titel wieder in Südafrika. Dieses Mal allerdings nach der Apartheid und in einer Zeit des Umbruchs, in der Nelson Mandela, als erster schwarzer Präsident sein Amt antritt und versucht eine bessere Zukunft für Südafrika zu schaffen. Gleichzeitig ist das Land gezeichnet von der verheerenden Aids-Krise und der ständigen Gefahr von Bürgerkrieg. Obwohl die Apartheid beendet ist, lässt sich der Rassismus und das Rassen-Denken nicht aus den Köpfen vieler Menschen bannen. Die weissen Menschen fühlen sich immer noch besser, privilegierter und der schwarzen Bevölkerung überlegen.

Drei unterschiedliche Frauen und ein Baby

In „Wie man Gott zum Lachen bringt“ dreht sich alles um die Frauen Zodwa, Delilah und Ruth. Die 17-jährige Zodwa stammt aus ärmlichen Verhältnissen und wird ungewollt schwanger, doch kurz nach der Geburt verschwindet ihr kleiner Sohn. Parallel finden die beiden Schwestern Ruth und Delilah vor ihrer Tür in einer Weißensiedlung einen kleinen Korb mit einem schwarzen Säugling. Sie geben dem Baby ein Zuhause und später auch Zodwa eine Anstellung, obwohl sie deren Identität nicht kennen. Die Schwestern erfahren das Rassen-Denken nun am eigenen Leib, als ihre Mitmenschen und Nachbarn von dem Kind erfahren. Da alle Drei aus der jeweiligen Ich-Perspektive erzählen, tauchen wir in deren Geheimnisse, ihr Schicksal ein und erfahren wie ihr Leben mit sozialen Standards und der Vergangenheit Südafrikas in Verbindung steht. Aber auch welche Gemeinsamkeiten die Frauen haben.

Kurze Kapitel und wechselnde Perspektiven

Die Kapitel hält Bianca Marais sehr kurz, teilweise umfassen diese nur 5 Seiten und so wechseln dementsprechend oft die Perspektiven. An manchen Stellen generiert die Autorin so Längen und Ungeduld im Lesefluss und manchmal für mein Empfinden auch ein wenig zu viel der Tragödien. Dennoch konnte ich sehr gut in die Gedankenwelt der Frauen eintauchen. Im Mittelpunkt steht dabei sehr häufig der kleine Junge, der in den Herzen von Zodwa, Delilah und Ruth eine ganz besondere Rolle spielt. Daneben ist es aber auch eine Geschichte über zwei ungleiche Schwestern, die wieder zueinander finden.

Mehr als nur ein Drama

Bianca Marais zeichnet mit viel Herzblut ein spannendes, bewegendes Bild dieser Zeit. Für mich macht insbesondere das Setting dieses Buch zu einem gelungenen Leseerlebnis. Ihren Figuren verleiht die Autorin Persönlichkeit, sodass die Sorgen und die Verletzlichkeit der Frauen mich als Leserin berührten. Die Frauen erleben so viel, sie erleiden Verluste, fühlen sich am Boden zerstört und stehen trotzdem wieder auf. Dabei schreckt Bianca Marais auch nicht davor zurück Themen wie Machtmissbrauch/Unterdrückung gegenüber Frauen, Rassismus, Homophobie oder Aids anzusprechen. Sie webt all dies zu einer Geschichte um Freiheit, Gleichberechtigung, Liebe und was es bedeutet Mutter zu sein. Und wer zuerst „Summ, wenn du das Lied nicht kennst“ liest, der kann sich über das ein oder andere Wiedersehen freuen.

Zum Buch
Wie man Gott zum Lachen bringt

Von Bianca Marais, Übersetzer: Heike Reissig, Stefanie Schäfer
Erhältlich seit dem 11. November 2019
Seitenzahl: 512
ISBN: 978-3-336-54810-1

Verlag: Wunderraum Verlag

 

Summ, wenn du das Lied nicht kennst Bianca Marais Buchblog Tintentick Wunderraum Verlag
Das Debüt von Bianca Marais aus dem Wunderraum-Verlag.


Zu „Werbung*“: Das Buch „Wie man Gott zum Lachen bringt“ wurde mir als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Beitrag enthält aber trotzdem meine eigene Meinung.

 

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