Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden Bertelsmann, Foto von Tintentick

„Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden“ von Genki Kawamura

Veröffentlicht: 28. Mai 2018

Was für ein interessanter Buchtitel, oder? Genau das dachte ich mir auch, als ich „Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden“ entdeckt habe. Auch der Klappentext machte mich unglaublich neugierig, denn die Idee dieses Buchs ist wirklich sehr ungewöhnlich. Ein Postbote, der einen Deal mit dem Teufel schließt? Das musste ich lesen! 

ES BEGANN AN EINEM MONTAG

Ein 30 Jahre alter Postbote geht jeden Tag zur Arbeit, obwohl ihn kürzlich eine hartnäckige Erkältung plagt. Fieber, Kopfschmerzen – wirklich unangenehm. Dann entschließt er sich doch (trotz seiner Abneigung gegenüber Ärzten) eine Untersuchung durchführen zu lassen. Was dabei herauskommt? Er ist gar nicht erkältet, sondern hat einen Gehirntumor im Endstadium. Völlig neben sich kommt er daheim in seiner Wohnung an und es wird noch schockierender, denn es erscheint ihm eine Person, die genauso aussieht wie er selbst. Dieser Doppelgänger entpuppt sich als der Teufel höchstpersönlich und bietet ihm einen Pakt an. All dies beginnt an einem Montag…

DER PAKT MIT DEM TEUFEL

Über die 192 Seiten begleiten wir den jungen Postboten eine Woche lang durch sein Leben. Es geht dabei um verpasste Gelegenheiten und Erlebnisse sowie verlorene Zeit, aber vor allem darum was wichtig im Leben ist. Der Teufel schenkt unserem Protagonisten nämlich jeweils einen weiteren Tag, den er länger lebt, im Tausch gegen materielle Dinge dieser Welt. Für den ersten geschenkten Tag, tilgt der Teufel plötzlich alle Telefone aus unserer Welt. Automatisch stellte ich mir als Leser natürlich die Frage: Worauf würde ich verzichten können? Was wäre mir ein solcher Tag wert? Und dann kommt es im Buch knüppelhart, als der Teufel alle Katze verschwinden lassen möchte. Einschließlich dem geliebten Kater unseres Postboten.

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden Bertelsmann
Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden, C. Bertelsmann, Foto von Tintentick

ZUM NACHDENKEN

Die Ich-Perspektive ist hier clever gewählt, denn so konnte ich trotz der kurzen Geschichte und des namenlosen Protagonisten, sehr schnell in die Erzählung eintauchen. Ich fühlte mich dem jungen Mann verbunden, konnte mich in ihn hinein versetzen und das obwohl ich nicht mal seinen Namen kenne. Unser todgeweihter Protagonist lässt in der Kürze der Zeit sein Leben Revue passieren, wobei seine deprimierte Grundstimmung durchaus deutlich wird. Es entsteht eine ganz besondere, leicht poetische Atmosphäre, die nur manchmal getrübt wird, wenn sich unser Postbote zu oft wiederholt.


Trotz der sehr ernsten Thematik schreibt Genki Kawamura fließend, unterhaltsam und vergisst dabei auch die Prise Humor nicht. So lässt sich das schmale Buch auch innerhalb von wenigen Stunden lesen. Mit etwas mehr Tiefe hätte es mir allerdings besser gefallen, denn dieses Buch bringt mit seiner frischen, genialen Idee so viel Potential mit, um ganz unterschwellig noch philosophischer zu werden. Insgesamt ist es jedoch ein schönes, hochwertiges Buch, das ich bestimmt irgendwann noch einmal lesen werde! 

Fazit

„Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden“ ist ein schmales, schön gestaltetes Buch mit einer genialen Idee, die zum nachdenken anregt. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage was uns im Leben glücklich macht, was wichtig erscheint und was wir bereit sind für unser Leben zu opfern.

Zum Buch

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden
Von Genki Kawamura / Übersetzer: Ursula Gräfe
Gebundene Ausgabe und Ebook erhältlich seit 23. April 2018
Seitenzahl: 192
Verlag: C. Bertelsmann
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Weitere Rezensionen:

– Von Beauty Mango
 – Von Buchperlenblog
– Von Hundermorgenwald

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