„Mitternacht“ von Christoph Marzi

Veröffentlicht: 25. Juni 2019

Werbung*: Christoph Marzi ist ein ausgezeichneter Fantasyautor, der mit „Mitternacht“ eine Welt voller Geister und Gefahren schafft. Nach mehrfach verschobener Veröffentlichung ist das Buch nun endlich da, nur die Erklärung wie es zu diesem Verzug kam, ist mehr als tragisch. 

ENDLICH IST ES DA!

Die Ankündigung zu „Mitternacht“ habe ich erstmalig vor mehr als einem Jahr entdeckt, doch der Veröffentlichungstermin verschob sich mehrfach. Ich verlor daraufhin das Buch aus den Augen, da es sehr ruhig um Christoph Marzi wurde. Als sein neustes Werk dann plötzlich in meinem Briefkasten landete, war ich überrascht und erfreut. Seine Fantasybücher begleiten mich schon sehr lange und viele von euch kennen bestimmt seine Lycidas-Reihe.

GEHEIMNISVOLLE ATMOSPHÄRE

Optisch wirkt dieses schöne Buch geheimnisvoll, fantastisch – im Regal sieht das echt toll aus, wenn Somnia (zum Blogpost) und Mitternacht nebeneinander stehen. Zwischen den Buchdeckeln verbergen sich 320 Seiten voller Wörter, die Herr Marzi zu einer originellen Geschichte verwebt. Wie von ihm gewohnt schafft er es durch seinen Erzählstil der Leseatmosphäre etwas Dunkles, etwas Verborgenes und Verträumtes zu geben, etwas aus einer andreren Zeit. Und das obwohl wir uns ab der ersten Seite im London der Gegenwart befinden.

NEBELSTADT UND GEISTER

Der Hauptprotagonist in „Mitternacht“ ist Nicholas James, ein junger Mann, der auf einem Hausboot lebt und sich als Schriftsteller versucht. Nicholas erfährt, dass neben der seinen, bekannten Welt, noch eine Parallelwelt existiert. Es ist eine Welt voller Geister, in der die Toten weiter existieren, solange sie nur nicht in Vergessenheit geraten. Als wenn das noch nicht faszinierend genug ist, erkennt Nicholas, dass er zwischen diesen Welten hin und her wechseln kann. Gemeinsam mit Agatha und Peter Chesterton schließt sich hier ein Trio zusammen, das uns durch die Nebelstadt und die dort lauernden Gefahren begleitet.

Auch wenn der erste Gedanke nun vielleicht sein mag, dass „Geist = gruselig“ bedeutet, so trifft das hier nicht direkt zu. Ja, ich hatte Gänsehautmomente, aber ich konnte trotzdem abends noch sehr gut schlafen. Es ist die geheimnisvolle Atmosphäre, die einen gefangen nimmt und mit fiebern lässt.

CHRISTOPH MARZI: SCHWERER SCHICKSALSSCHLAG 

So großartig und beeindruckend die erste Buchhälfte ist, so ernüchternd und überstürzt geht es Richtung Ende zu. Im Vergleich zu den anderen Kapiteln wirkt das Buch wie ausgewechselt. Es holpert, es knackt und ruckelt durch die Seiten. Wie wenn der Kutsche, die so richtig Fahrt aufgenommen hat, plötzlich alle Räder weg gebrochen sind und die Notbremse gezogen wird.

Im Nachwort wird vieles dann so klar, wieso die Veröffentlichung immer wieder verschoben wurde und weshalb sich Christoph Marzi plötzlich mit der Geschichte so schwer tat.  Der Autor erlitt einen Schlaganfall und „Mitternacht“ rückte selbstverständlich in den Hintergrund. Dennoch schrieb er es fertig und kündigte im Nachwort eine Fortsetzung an. Ob das für ihn und seine Geschichten die beste Vorgehensweise ist, möchte ich nicht beurteilen, allerdings hoffe ich, dass er bald wieder der Alte ist und diese schwere Krankheit hinter sich lassen kann.  Eine Bewertung des Buchs fällt mir daher nicht leicht.

Fazit

In „Mitternacht“ schafft Christoph Marzi eine Parellelwelt voller Geister und eine geheimnisvolle, verträumte Leseatmosphäre. Leider erlitt der Autor einen Schicksalsschlag während der Arbeit an seinem Buch, biss sich aber durch und beendete sein Werk. Die schwere Krankheit unterteilt das Buch in ein spannendes „Davor“ und abflachendes „Danach“, ein Bruch der ab der Buchmitte erkennbar ist. Dennoch freue ich mich auf eine Fortsetzung, um zu erfahren wie es mit Nicholas und Agatha weitergeht.

(Buchtipp mit Einschränkung – siehe Absatz zu „Christoph Marzi: schwerer Schicksalsschlag“)

Zum Buch

Mitternacht
Von Christoph Marzi
Taschenbuch erhältlich seit dem 04. Juni 2019
Seitenzahl: 320

ISBN: 978-3-492-28090-7
Verlag: Piper Verlag

 

Weitere Buchmeinungen bei:

Booknerdsbykerstin

Nicole Rensmann


Zu „Werbung*“: Das Buch in diesem Blogbeitrag wurde mir als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Beitrag enthält aber trotzdem meine eigene Meinung.

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