„Dodgers“ von Bill Beverly

Veröffentlicht: 12. August 2019

Werbung*: Bill Beverlys Debütroman „Dodgers“ erhielt nach seinem Erscheinen 2016 in den USA viele positive Kritiken. Seit letztem Jahr gibt es das Buch auch bei uns. Es beginnt in einem Drogenviertel und handelt von Kriminellen. „Dodgers“ ist aber vielmehr eine Coming-of-Age-Geschichte, als ein Kriminalroman.  

ROADTRIP VON L.A. NACH WISCONSIN

In „Dodgers“ geht es um vier Jugendliche, die von einem Gangsterboss nach Wisconsin geschickt werden, um dort einen Mord zu begehen. Im Mittelpunkt steht der fünfzehnjährige East, der aus verwahrlosten Verhältnissen stammt. Morde, Razzien, all das sieht der stille, pflichtbewusste Junge nicht zum ersten Mal. East ist ein kleiner Teil einer kriminellen Organisation in Los Angeles und der Boss seiner Jungs, die Wache stehen, um das Geschehen in den Drogenhäusern zu beobachten. 

UNTERWEGS: ZUM ERSTEN MAL AUßERHALB DES VIERTELS

Der Weg nach Wisconsin ist weit. Als L.A. Dodgers-Baseball Fans verkleidet, um möglichst wenig aufzufallen, machen sich die Vier bereit. Für East ist es das erste Mal, dass er aus seiner Welt ausbricht und sein Viertel verlässt. Ganz simple Dinge sind neu für ihn. Aber auch Kälte, Müdigkeit, Hunger machen die Reise zu keinem einfachen Unterfangen und East bemüht sich das Quartett zusammenzuhalten. Der Roadtrip wird zu einer Mischung aus Verzweiflung und der Akzeptanz des Unvermeidlichen. Währenddessen reflektiert East immer wieder sein eigenes Ich. 

Rezension Dodgers Bill Beverly

 

RUHIGER, SACHLICHER STIL

Bill Beverly erzählt anschaulich und mit großem Gespür für seine Figuren. Durch East beobachten wir Leser das Geschehen und folgen seinen Gedanken. Die knappe und oft auch eher sachliche Erzählweise reduziert jedoch die Emotionen auf ein Minimum. Die Jungs sind authentisch gestaltet, ihre Handlungen nachvollziehbar, aber richtig greifbar sind sie für mich dadurch nicht. Die Spannung hält Bill Beverly aber durchweg hoch, denn die Überraschungen in der Handlung machen die fehlenden Emotionen wett. Es ist eine stille Geschichte, die schockiert, fasziniert und nachdenklich macht.

Der Autor blickt hinter die Fassade vom sogenannten „Land der Freiheit“, richtet den Fokus genau auf den Brennpunkt. Das Buch ist sozialkritisch und verdeutlicht wie viel Freiheit ein einzelnes Kind wirklich hat, wenn es gar nicht weiß was außerhalb seiner eigenen vier Wände vor sich geht. Bill Beverly lässt uns vier Jungs begleiten, die direkt im Sumpf landen. 

Fazit

Bill Beverlys Coming-of-Age-Buch „Dodgers“ nimmt uns mit auf einen mitreißenden Roadtrip. Mit seinen vier Jungs zeigt er, wie sich bereits durch Geburt bzw. Herkunft das Leben seine Richtung sucht. Nachvollziehbar, authentisch und stimmig.

Zum Buch

Dodgers
Von Bill Beverly, übersetzt von Hans M. Herzog
Erhältlich seit dem 26. September 2018
Seitenzahl: 400

ISBN: 978-3-257-07037-8 
Verlag: Diogenes

 

Weitere Buchmeinung bei:

Sarah Ricchizzi

 

Zu „Werbung*“: Das Buch in diesem Blogbeitrag wurde mir als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Beitrag enthält aber trotzdem meine eigene Meinung.

 

3 Kommentare

  • Sarah Ricchizzi 12. August 2019 at 21:01

    Liebe Elena,
    authentisch trifft es wirklich sehr gut. Dodgers wurde sehr akribisch und durchdacht geschrieben. Mir gefiel die Echtheit hinter den Worten und die Idee zum Buch sehr. Die Entwicklung der Protagonisten war wirklich sehr interessant, vor allem wie sich die Kindheit auf das Leben auswirkt.

    Vielen lieben Dank für deine Verlinkung!
    Alles Liebe,
    Sarah

    Antworten
    • Elena 15. August 2019 at 9:28

      Hallo liebe Sarah,

      ja, genau, das sehe ich auch so. Während dem Lesen hatte ich immer wieder den Eindruck, dass der Autor sehr viel Zeit für Recherche aufgewendet hat. Das zahlt sich aus.

      Natürlich, sehr gerne. Dir lieben Dank für den Gegenbesuch/Kommentar ;-)

      Gruß und noch eine schöne Rest-Woche
      Elena

      Antworten
  • Tanja Bookish 19. August 2019 at 13:31

    Liebe Elena,

    ich mag den Diogenes Verlag auch sehr. Dodgers kenne ich noch nicht, aber es klingt ganz so, als hätte ich da etwas verpasst. Ich schreibe es direkt auf meine Wunschliste. Danke für diese Buchvorstellung!

    Tanja

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